Wir kommen
immer wieder in Lebenssituationen, die ein Ende einer Situation bringt, das wir
eigentlich nicht wollten.
Warum aber
beenden wir etwas im Leben?
Weil wir in
der Lebenssituation etwas vermissen, wir fühlen uns nicht wohl und erleben
einen Mangel, den wir uns erhoffen, in neuen Lebensumständen ausgleichen zu
können.
Sei es nun
das „Fremdgehen“ nach langjähriger Ehe,
das Betrügen der Partnerin/des Partners aufgrund von sexueller Erfüllung,
die nicht gefunden wird, sei es ein Kaufrausch, sei es ein übersteigerter
Egoismus, sei es eine Eifersucht, eine Kontrollsucht, eine Umzugssucht,
Alkohol- oder Drogensucht, Sexsucht usw.
Die Ursache
dieser Denk- und Verhaltensmuster ist
immer ein Mangelgefühl, welches ausgeglichen werden soll.
Doch der Weg
des Ausgleiches ist der falsche und
führt nie zum positiven Endergebnis, sondern meist in noch mehr Verlust, was
dann das Mangelgefühl noch mehr verstärkt.
Aber gehen
wir die einzelnen Lebensbereiche gesondert an.
Fremdgehen: Es herrscht das Gefühl vor, nicht genug
sexuelle Erfüllung in der Beziehung/Partnerschaft/Ehe zu finden. Es wird nicht
miteinander geredet. Keiner traut sich, dem anderen zu sagen, dass er sich mehr
Sex wünscht.
So entsteht
aus dem Mangelgefühl die Sehnsucht, Sehnsucht sucht und findet dann das im
Außen, was im Innen, in sich selber oder der Beziehung/Partnerschaft/ Ehe
scheinbar nicht erfüllt werden kann.
Nur einer
oder sogar beide gehen dann den Versuch ein, und unterhalten heimliche
Verhältnisse und leben ihre unerfüllten Sehnsüchte außerhalb aus. Dabei leben
sich die Partner immer mehr auseinander. Und dann passiert, was keiner wollte.
Einer verliebt sich wirklich in einen anderen und stellt fest, der andere
könnte die Erfüllung sein, die dauerhaft den Vorstellungen entspricht.
Es kommt zur
Trennung. Dann fragen sich viele, warum ist es dazu gekommen. Weil durch das
Ausleben im Außen, eine rosafarbene Brille aufgesetzt wird, durch die nur noch
die positiven Nebeneffekte gesehen werden. Die Konfliktreichen Problembereiche
in der eigenen Partnerschaft aber schon sehr lange ausgeblendet worden sind.
Denn die
Ersten Symptome sind schon lange sichtbar gewesen. Nur sie sind nicht
wahrgenommen worden. Und nun kommt das Fremdgehen an die Oberfläche, es ist
sichtbar und der Knall kommt. Und man ist ganz erschrocken, wie das denn
passieren konnte.
Wenn aber
ehrlich einmal zurückgeschaut wird, dann erkennt man die ersten Symptome, das
Mangelgefühl schon sehr viel früher. Und wäre dieses Mangelgefühl zu Beginn
bereits bearbeitet worden, wäre es vermutlich nicht zur Trennung gekommen. Aber
man traute sich ja nicht darüber zu reden, weil man den anderen nicht
verletzten wollte. Doch jetzt ist die gegenseitige Verletzung viel größer.
Vorbeugen
heißt erkennen: In dem Moment wo der Wunsch nach einem anderen Partner das
erste Mal aufkommt, kann schon hingeschaut werden und miteinander geredet
werden. Nicht streitvoll, nicht
vorwurfsvoll, sondern in einer Art, wo geklärt werden kann, warum der Eine
weniger Sex haben möchte, der andere aber mehr. Nur wenn beide Vorstellungen
offen gelegt werden, kann eine Kommunikation stattfinden, bei der dann eine
mögliche „goldene Mitte“ gefunden werden kann, mit der beide wieder konform
gehen können. Die Krise ist abgewendet worden gleich zu Beginn.
Kaufrausch:
Hinter dem Kaufrausch steht immer auch ein Mangelgefühl. Man wünscht sich mehr
Lebensqualität, mehr Ansehen, mehr
Beachtung durch andere Menschen. Es wird gekauft, was das Zeug hält. Das Konto
wird überzogen bis die Bank es schließt. Dann ist das Desaster da. Es geht
nichts mehr. Kein Kaufen ist mehr möglich. Und was nun? Das Mangelgefühl kann nicht mehr
ausgeglichen werden, man wird reizbar, unzufrieden, es kommt häufiger zu
Streitgesprächen. Finanziell kommt die
Notlage, Miete Strom, Rechnungen und Lebenshaltungskosten können nicht mehr
bezahlt werden.
Oder gibt es einen anderen Weg, die
Anerkennung, die Beachtung zu finden?
Doch wenn in
dem Moment, wo das Gefühl aufkommt, dieses oder jenes besitzen zu wollen,
einmal dahinter geschaut wird, welchen Mangel dieser oder jener Gegenstand
erfüllen soll, dann findet man leicht auch eine Alternative in sich selber und
kann dieses Mangelgefühl mit anderen und persönlichen Aktivitäten ausfüllen.
Beispiel: Jemand wünscht sich mehr Ansehen in der Nachbarschaft. Ok, das dicke
Auto kann das zunächst einmal erfüllen, doch wenn das Geld nicht reicht, was
der Unterhalt und die Finanzierung des Autos kosten, kann schnell dieser Traum
wieder platzen. Besser wäre es, hinzuschauen,
Welchen Job
habe ich?
Welche
Talente schlummern in mir?
Kann ich mich beruflich so weit fortbilden,
dass ich eine besser dotierte Position innehaben kann?
Mit der
besseren Position kommen dann automatisch das bessere Ansehen und meist auch
die Möglichkeit des höherwertigen Fahrzeuges.
Übersteigerter
Egoismus: Dahinter steht immer eine
Sehnsucht nach Kontrolle. Und eine Kontrollsehnsucht entsteht wieder aus einem
Mangelgefühl heraus. Man hat Angst etwas zu verlieren, beginnt zu kontrollieren, engt andere damit ein. Auf Dauer entzieht
sich der Andere dieser Einengung und bricht aus. Damit hat man aber dann am
Ende genau das Gegenteil von dem geschaffen, was eigentlich der Sinn war. Der
andere entzieht sich der Kontrolle. Man selber verliert die Kontrolle über sich
selber, wird jähzornig oder aggressiv. Man will den anderen durch noch mehr Einengung
zwingen die eigenen Mangelgefühle auszugleichen. Doch die werden nur immer
stärker, wie andere sich immer mehr distanzieren. Am Ende steht der Egoist ganz alleine da. Erst wenn das Mangelgefühl hinter dem Verhalten
erkannt wird, kann dieses Mangelgefühl durch eigene Aktivitäten und Veränderung
des eigenen Denkens und Fühlens ausgeglichen werden in sich selber. Dann ist
dem Kontrollverhalten der Boden entzogen.
Umzugssucht: Wie viele Menschen sind mehr als 10- 15-mal
in ihrem Leben umgezogen, weil sie sich an dem Platz, an dem sie gerade leben,
nicht wohlfühlen. Berufe, die einen dauernden Ortswechsel benötigen einmal davon
ausgenommen.
Doch die
Ursache liegt meist tief im Innern der Psyche. Wie kann denn diese Umzugssucht
vermieden werden?
Hinschauen,
warum fühle ich mich nicht wohl? Warum bin ich an diesen Ort gezogen? Wollte ich da wirklich hin? Warum brauche ich
immer wieder eine neue Umgebung?
Gibt es auch
andere Möglichkeiten, meine sichtbare Umgebung zu verändern?
Ok, eine
fehlgeführte Partnerschaft kann zu einem Rückzug führen, ein verlorener
Arbeitsplatz und der neue liegen weiter weg. Das aber sind die Gründe die
verständlich sind.
Aber selbst
eine zerbrochene Partnerschaft muss nicht zwangsläufig einen räumlich weiten
Umzug mit den Hindernissen, neuen Job suchen, Freunde verlassen usw. einhergehen.
Sobald ich
in mir selber im Gleichgewicht bin, mir die Landschaft, die Stadt, der Job, der
neue Freundeskreis gefällt, kann der
Umzug auch innerhalb der Stadt geschehen.
Wie oft höre
ich in meinen Beratungen die Frage: „hilft ein weiter Umzug, um dem
gewalttätigen Mann, dem Stalker, der Exschwiegermutter/Vater oder anderen
Familienangehörigen, den Eltern usw. aus dem Weg zu gehen?
Im Endeffekt
bringt der Umzug aber nicht immer die Erfüllung, denn Menschen, die uns nicht
gut tun, können wir überall begegnen.
Und dann? Dann zieht man wieder um, um ggf. wieder in eine ähnliche
Situation zu kommen.
So entsteht
die Umzugssucht. Besser ist Abgrenzung zu lernen. Sich von den Menschen, die
verletzten oder nicht gut tun, abgrenzen. In jeder Stadt, in jeder Region gibt
es auch andere Menschen, die gut tun und hilfreich sind. Da hilft es oft, sich
mal einen neuen Freundeskreis über ein neues Hobby zuzulegen.
Oder einmal
die Möbel umzustellen, die Tapeten zu wechseln, und schon sieht die persönliche
Umwelt anders aus und man fühlt sich wieder wohler.
Aber auch
hier, hinter dem Wunsch umzuziehen finden wir wieder das Mangelgefühl… an dem
Ort, an dem gerade gelebt wird, wird etwas vermisst, was sich andernorts gewünscht wird.
Die Fragen,
die sich aber gestellt werden sollten?
Was suche
ich wirklich? Was fehlt mir? Kann ich das, was mir fehlt nicht am Ort finden?
Kann ich das was mir fehlt auch in mir selber finden?
Hinschauen,
was wirklich fehlt und das in sich selber entdecken, denn wo ein Mangelgefühl
spürbar ist, liegt die Lösung immer gleich daneben. Sie muss nur gefunden werden.
Zu guter
Letzt die Alkohol- und Drogensucht: Hier
ist das Mangelgefühl schon oft in der Kindheit zu suchen. Entweder hat einer
oder beide Elternteile ihr Mangelgefühl schon mit Suchtmitteln kompensiert. Und
dieser Lösungsweg wurde quasi von der Wiege auf gelernt.
Oder Mangel,
Druck und ähnliches als Mangelgefühle sollen unterdrückt und verdrängt werden.
Auch hier
gilt es zu fragen. Was soll unterdrückt
werden? Was soll nicht wahrgenommen werden?
Welche Empfindungen wünscht man sich?
Können die
Drogen oder der Alkohol dieses fehlende Gefühl wirklich ersetzen? Nein!
Nur das
Anschauen des Mangelgefühls und das Ausgleichen des Mangelgefühls auf realer
Basis entzieht der Sucht das Fundament und kann sie lösen.
Ich könnte
noch 100-derte Seiten darüber schreiben, doch hier möchte ich beenden.
Mangelgefühl-
die Ursache aller Probleme? Ja!
Schauen Sie
hin, wenn Sie das Bedürfnis nach einem Ausgleich haben, was steht hinter dem
Wunsch wirklich?
Ich helfe
Ihnen gerne in einer Beratung, den Hintergrund hinter Ihrem Mangelfühl zu entschlüsseln
in einem herzlichen von Herz zu Herz geführten Gespräch. Gemeinsam können wir
Lösungsmöglichkeiten entwickeln- Doch umsetzen können nur Sie alleine diese
Lösungswege.
Ihre Questico Premiumberaterin Rosemarie Vahle
Beratercode 7692


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